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Gentechnikfreie Region RLP - Neues aus dem Lande


aus: Nachrichtenblatt der VG Wörrstadt vom 27. Juni 2013

 

Seit Mai diesen Jahres hat Rheinland-Pfalz sich zur "Gentechnikfreien Region (GfR)" erklärt. Da diese Erklärung keine rechtlich bindende Wirkung oder Verpflichtung hat, ist dies als Absichtserklärung und Aufruf zum Umdenken an alle Marktteilnehmer, die Landwirte und Winzer, den Handel und auch die Verbraucher zu werten.

Die Absichten sind in der Koalitionsvereinbarung der Regierungsparteien wie folgt dargestellt (Auszug):

"Wir wollen die Gentechnikfreiheit der rheinland-pfälzischen Land- und Lebensmittelwirtschaft als Marktchance erhalten und nutzen. Die Koalitionspartner wollen daher, dass in Rheinland-Pfalz auch in Zukunft kein Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen stattfindet und die gentechnikfreie Erzeugung geschützt wird. Wir sehen aber auch die Chancen bei der Anwendung der Gentechnik außerhalb der Freisetzung von lebenden gentechnisch veränderten Organismen. Das Siegel "Ohne Gentechnik" werden wir unterstützen. Kommunen und Städten, die selbst gentechnikfreie Regionen gründen wollen, werden wir unterstützen. Der Schutz vor negativen Auswirkungen der Gentechnikforschung - insbesondere der Auskreuzung gentechnisch veränderter Organismen - wird verbessert...." (Homepage MULEWF).

Neben ethischen (Evolutionsgulasch) aber auch wissenschaftlich begründeten Abwägungen von Risiken und Nutzen ist zu bedenken, dass der weit überwiegende Teil der Bevölkerung Gentechnik in Nahrungsmitteln ablehnt (Gesellschaft für Konsumforschung: Zukunft Gentechnik? 15.06.1994; GID, Heft Nr. 218, S. 13, Juni 2013, ISSN 0935-2481).

Das ist ein gewichtiges Argument im Erzeuger-Verbraucherdialog, aber auch für Überlegungen zur Touristenförderung.

Wir erinnern an die ersten Freisetzungsversuche 1994 zu bastaresistenten Raps- und Maissorten auch in der Wörrstädter Gemarkung. Damals leistete der hiesige BUND mit Informationsveranstaltungen, Demos und zahlreichen Diskussionen friedlichen Widerstand. Wenn auch unsere Sachargumente und die einiger Winzer, aber auch Fachbehörden, als bedeutungslos oder als "ideologisch" abgetan wurden, so zeigen doch die Vergangenheit und heutiges Wissen, dass die alten Probleme mit den dummen Antworten der Lobby wie Auskreuzung ("Unmöglich!"), Produktkennzeichnung ("Verbraucherverunsicherung!") oder Akzeptanz der Bevölkerung ("Unwissenheit!") auch heute noch zu Recht unverändert bestehen, allerdings an seriöser Bedeutung und Gewicht gewonnen haben - die Probleme und nicht die Lobby, wie wir hoffen!

In diesem Zusammenhang und für kurze, weil nachhaltige Wirtschaftskreisläufe und den Erzeuger-Verbraucherdialog werbend, organisierte damals der örtliche BUND mit Lydia Beck den ersten gentechnikfreien Wochenmarkt in Wörrstadt, unterstützt von dem sehr ehrenwerten Herrn Jürging, Rommersheim, damals MdL (sel.) und gefördert mit 500 DM durch die Umweltministerin Martini.

Umdenken braucht Zeit und noch mehr Menschen!

Wir freuen uns über den wöchentlichen Bauernmarkt samstags in Wörrstadt mit dem Motto: Regional ist Optimal!

Volker Söllner, AGENDA-BUND Mensch&Natur 

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