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Presseinformation vom  6. Juli 2017

Artenvielfalt in Wörrstadt: Über 80 Pflanzenarten auf BUND-Exkursion entdeckt

„Wieviel Grün wächst zwischen Häusernreihen, an Straßenrändern, in Parks und Gärten?“ Ernst-Ludwig Hammen, Vorsitzender der BUND Kreisgruppe Alzeyer Land und Sprecher der AGENDA-BUND „Mensch & Natur“ der VG Wörrstadt, begrüßte rund 30 große und kleine Teilnehmer, darunter viele Familien mit Kindern. Sie haben sich zur Bestandsaufnahme der Wörrstädter Stadtnatur im Rahmen des GEO-Tags der Natur eingefunden. Vom Marktplatz an der Neubornhalle führte die von der Stiftung Natur und Umwelt RLP unterstützte Exkursion zuerst am Friedhof entlang, weiter durch den alten Ulmengraben, über die Pariser Straße, am Kindergarten vorbei bis zu einem Wohngebiet. Unterwegs wurden rund 80 Pflanzen- und 14 Tierarten bestimmt und dokumentiert. Darunter viele schöne alte Bäume wie Ahorn, Kastanie, Buche, Esche, Apfel, Linde, Kirsche, Platane und Kiefer. Die imposante Stieleiche in der Friedrich-Ebert-Straße ist inzwischen sogar als Naturdenkmal ausgewiesen. Allerdings sind alle alten Ulmenbäume im Ulmengraben, der als mittelalterlicher Dorfgraben den alten Ortskern umringt, dem Ulmensplintkäfer zum Opfer gefallen. Die Bäume mussten alle gefällt werden. Der an Ulmen lebende Käfer gehört zur Unterfamilie der Borkenkäfer. Er überträgt einen bestimmten Pilz, der das Ulmensterben nicht nur hier, sondern auch in ganz Europa verursacht hat. Jetzt präsentiert sich der Ulmengraben aber wieder sehr grün, viele Bäume wurden neu gepflanzt, so dass man besonders an heißen Tagen einen schönen schattigen Platz zum spazieren gehen findet. Einige Bäume waren mit einem roten Punkt markiert. Keiner von den Anwesenden wusste, was es damit auf sich hatte. Sollen diese Bäume etwa gefällt werden und wenn ja, warum? Diese Frage blieb unbeantwortet. Andere waren meist leichter zu beantworten, zum Beispiel wie die vielen Kräuter und Pflanzen am Wegesrand hießen: Das gelb blühende Schöllkraut beispielsweise, dessen milchiger Saft gegen Warzen helfen soll oder die intensiv nach Knoblauch riechende Knoblauchsrauke. Außerdem Wilde Möhre, Johanneskraut, Nelkenwurz, Zaunrübe, Brennnessel uvm. Auch einige Vögel wurden entdeckt, zum Beispiel auf dem Friedhof ein Gartenrotschwanz und auf dem Kirchturm ein Turmfalke, der das Treiben unter ihm in Ruhe betrachtete. Die Kinder fingen mit ihren Becherlupen Hummeln, Feuerwanzen und andere Insekten ein. Nach ausgiebigem Betrachten wurden sie natürlich wieder freigelassen. Ein Admiral sonnte sich auf dem Asphalt. Der Wanderfalter hat eine schwarzbraune Grundfärbung mit zwei auffällig orangroten Längsbinden. Er überwintert in der Regel in Südeuropa. Ein besonders schöner Blickfang war am Schluss noch ein Weg mit vielen Wildblumenarten in der Nähe der Dresdener Straße. Ob hier jemand nachgeholfen und Wildblumensamen ausgesät hat? Nicht nur die Exkursionsteilnehmer, auch viele Bienen- und Insektenarten wurden von den bunten nektarspendenen Blüten angelockt. Besonders auffällig waren Natternkopf, Margerite, Färberkamille, Kornblume, Wiesenflockenblume und die rosa blühende Siegmarswurz, auch Rosen-Malve genannt.

Weitere Informationen: Ernst-Ludwig Hammen, Sprecher der AGENDA-BUND „Mensch & Natur“ der VG Wörrstadt und Kreisgruppenvorsitzender des BUND Alzeyer Land, ernst-ludwig.hammen@bund-rlp.de, 06732 62053, alzeyer-land.bund-rlp.de

 




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