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Presseinformation vom  22. Mai 2017

Gelbe Straßenränder prägen unsere rheinhessische Landschaft

Orientalisches Zackenschötchen verdrängt einheimische Pflanzen und Tiere

 

Unsere Straßenränder, Wiesen und Felder haben sich wieder in gelbe Flächen verwandelt. Viele Bürger glauben, es ist der Raps, der so freundlich aussieht. Nein, es ist das Orientalische Zackenschötchen (Bunias orientalis), das zur Familie der Kreuzblütengewächse gehört. Vor wenigen Jahren ist dieser Neophyt (Einwanderer) aus der Kaukasusregion von Menschen zu uns eingeschleppt worden. In Mitteleuropa kommt das Zackenschötchen nur gebietsweise vor. In der Verbandsgemeinde Wörrstadt und in Rheinhessen verbreitet sich die Pflanze dagegen derzeit explosionsartig. Sie produziert eine hohe Zahl von Samen und kann sich sprunghaft vermehren. Die Zackenschote bildet als mehrjährige Pflanze mit langer Pfahlwurzel zunächst einzelne, später sehr dichte Bestände, in denen die vorhandene Vegetation weitgehend und teilweise komplett verdrängt wird. Insekten sieht man nur selten auf den Pflanzen. Die wirksamste Bekämpfung des Zackenschötchens besteht im vollständigen Ausstechen oder Ausreißen der Pflanze. Das Abmähen der Pflanze sollte zur Blütezeit stattfinden, damit eine weitere Ausbreitung durch Aussamen der Hauptblüte verhindert wird. Leider wird sie noch bis in den Spätsommer Nachblütler mit fruchtbaren Samen ausbilden. Das Mulchen ist nicht angebracht, wie man allerorts an Straßenrändern beobachten kann. Die Wurzel der bis zu zwei Meter hohen Pflanze ist spindelförmig. Der mit warzigen Höckern besetzte Stängel ist im oberen Teil verzweigt und bildet viele kleine, gelbe Blüten. Die oberen Blätter sehen aus wie ein Spieß. Die Früchte (Schoten) haben eine kurze, rundliche Form und hohe Keimkraft. Sie werden überwiegend durch Fahrzeuge verbreitet. Der BUND Alzeyer Land beobachtet die Verbreitung des Zackenschötchens seit Jahren sehr kritisch und appelliert, die invasive Pflanze besonders im Garten und Siedlungsbereich konsequent zu bekämpfen. Jeder Bürger sollte mithelfen, Einzelpflanzen und kleinere Pflanzenansammlungen im Garten und in besonders artenreichen Flächen auszustechen bzw. mit möglichst viel Wurzel auszureißen, damit sie sich nicht weiter ausbreiten kann und die Artenvielfalt unserer Natur erhalten bleibt.

Weitere Informationen:

BUND Alzeyer Land, Ernst-Ludwig Hammen, ernst-ludwig.hammen@bund-rlp.de, 06732-62053, alzeyer-land.bund-rlp.de





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