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Pressemitteilung vom 7. April 2015

BUND Alzeyer Land stellt Pflanze des Monats April vor:

Der Huflattich – Klassischer Frühblüher in strahlendem Gelb

Zur Zeit sehen Spaziergänger im Frühling eine auffällig strahlend gelb blühende Pflanze am Wegesrand und wissen nicht, um welche es sich handelt. Die Blüten werden oft mit Löwenzahn verwechselt, doch beim genaueren Hinschauen erkennt man erhebliche Unterschiede, denn sie wachsen nicht nur auf einem geschuppten, rötlichem Stengel, sondern die Pflanze hat auch gar keine Blätter in der Blütezeit. Die Rede ist vom Huflattich, der je nach Witterung schon ab Februar bis in den späten April blüht. Wie der deutsche Name andeutet, ähneln seine 10 bis 30 Zentimeter großen Blätter, die sich erst nach der Blüte entwickeln, einem Pferdehuf. Aufgrund ihrer weichen Unterseite werden sie auch „des Wanderer Klopapier“ genannt. Der Sonnenanbeter gehört zur Familie der Korbblütler und vermehrt sich durch Samen, die wie beim Löwenzahn mit Schirmchen ausgestattet sind. Zusätzlich entwickelt er auch bis zu zwei Meter unterirdische Ausläufer. Dadurch kann sich der Huflattich als einer der ersten Pioniere an Aufschüttungen, frischen Erdanrissen und Schuttplätzen ansiedeln. Mit seinen tiefreichenden Wurzeln ist er sogar in der Lage, steile Böschungen zu festigen. Der BUND Alzeyer Land hat den Huflattich zur Pflanze des Monats April gewählt, denn das Wildkraut hat eine große öklogische Bedeutung gerade auch im Siedlungsbereich sowie an Weg- und Straßenrändern. Die nektarreiche Pflanze lockt im Frühjahr die ersten Bienen, Hummeln und Schmetterlinge an. Sie hält den Boden feucht, schützt freie Flächen vor Erosion und Austrocknung, filtert und bindet Staub. In der Pflanzenheilkunde vertraute man dem Huflattich lange Zeit als Hustenmittel. Darauf deutet auch sein wissenschaftlicher Name „Tussilago farfara“ hin („tussis“ für „Husten“ und „agere“ für „vertreiben“). Von einer Überdosierung und Langzeitbehandlung mit Huflattich wird nach neueren Untersuchungen aber abgeraten. Sowohl die Blätter als auch die Blüten enthalten krebserzeugende und Leber schädigende Pyrrolizidin-Alkaloide. Der Huflattich ist nicht nur in Rheinhessen weit verbreitet, sondern auch in vielen Ländern Europas, Afrikas und Westasiens heimisch. Zu Zeit kann er auch auf dem Pflanzenlehrpfad „Natur und Kultur“ in Wörrstadt-Rommersheim im blühenden Zustand bewundert werden.

Weitere Informationen: BUND Kreisgruppe Alzeyer Land, Ernst-Ludwig Hammen, ernst-ludwig.hammen@bund-rlp.de, 06732 – 62053, alzeyer-land.bund-rlp.de

 




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