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Pressemitteilung vom 4. Dezember 2014

BUND Alzeyer Land stellt Pflanze des Monats Dezember vor:

Die Mispel - die allerletzte Ernte des Jahres

Keine andere Frucht reift später als die Mispel (Mespilus germanica). Der BUND Alzeyer Land hat die Mispel deshalb zur Pflanze des Monats Dezember gewählt. Der strauchartige bis zu fünf Meter hohe Baum stammt ursprünglich aus Vorderasien, Süd- und Südosteuropa, wurde aber schon früh von den Römern in Kultur genommen und nach Mitteleuropa gebracht. Die Mispel ist ein Kernobst und gehört zur Familie der Rosengewächse. Sie bevorzugt eher trockene und sonnige Standorte. Im Mittelalter war der Obstbaum sehr verbreitet und beliebt. Wegen der Heilwirkung der kleinen apfelartigen Früchte ließ Karl der Große Mispelbäume in allen Klostergärten anpflanzen. Die Früchte mit der charakteristischen aufklaffenden Fruchtspitze enthalten reichlich Pektin, Zucker und Vitamin C. Sie wurden früher zu Marmelade verarbeitet oder Wein und Most zur Verbesserung der Haltbarmachung beigefügt. Wegen ihres hohen Gerbstoffgehaltes wirken besonders die rohen Früchte im Darm antibakteriell sowie entzündungshemmend und lindern jede Art von Durchfall. Sie sind allerdings erst nach Frosteinwirkung oder längerer Lagerung genießbar, so dass die Mispel im Laufe der Jahrhunderte von anderen Obstbäumen, wie Apfel- oder Birnenobst verdrängt wurde. Beliebt sind die Früchte aber nach wie vor bei vielen Vögeln und sogar bei Eichhörnchen. Der sommergrüne dichte Mispelstrauch eignet sich vorzüglich als Brutgehölz und Versteck für Tiere und die pollenreichen Blüten bieten im Frühjahr wertvolle Nahrung für viele Wildbienen- und andere Insektenarten. Die Mispel eignet sich hervorragend zum Anpflanzen von Hecken und im Hausgarten. Sie ist zwar selten geworden, kann aber über gut sortierte Obstbaumschulen erworben werden. Da das Gehölz selbstbefruchtend ist, benötigt die Mispel keinen Partner zur Fruchtbildung. Auf der alten Streuobstwiese „In den vier Morgen“ in einem der Grünen Klassenzimmer der AGENDA-BUND Mensch & Natur der VG Wörrstadt wächst ein älteres mit vielen Früchten behängtes Exemplar. Die Früchte dieser Mispel sind jetzt erntereif.

Weitere Informationen:

BUND Kreisgruppe Alzeyer Land, Ernst-Ludwig Hammen, ernst-ludwig.hammen@bund-rlp.de, 06732 – 62053

 




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