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Pressemitteilung vom 10. Oktober 2014

BUND Alzeyer Land stellt Pflanze des Monats Oktober vor:

Der Speierling – Schöner Solitärbaum im Grünen Klassenzimmer und auf Pflanzenlehrpfad

Zu den seltesten Baumarten in Deutschland gehört der Speierling (Sorbus domestica). Der vor allem in Mittel- und Südeuropa vorkommende bis zu 30 Meter hohe Wildobstbaum war früher auch in Rheinhessen sehr verbreitet, ist inzwischen aber selten geworden. Seine gelben bis roten Früchte ähneln kleinen Äpfeln und Birnen. Sie reifen im September/Oktober und sind erst essbar, wenn das Fruchtfleisch braun wird. Die sehr säuerlichen Früchte geben dem Apfelmost und –wein eine besondere Geschmacksnote. Die Ernte erfolgte früher meist durch Abschlagen mit dünnen Stangen. Da der Speierling seit über 1000 Jahren als Obstbaum kultiviert wird, ist er heute vor allem noch auf Streuobstwiesen zu finden. Einige Exemplare stehen auf den Wiesen im von BUND Alzeyer Land betreuten Grünen Klassenzimmer der VG Wörrstadt (Stationen: Schildberg, Wasserhaus „Im Krag“, Auf dem Steinsborn/Hetzel). Auch auf dem Pflanzenlehrpfad „Natur und Kultur“ von Norbert Kussel in Wörrstadt-Rommersheim sowie in der Gewann „Sandäcker“ südlich von Rommersheim stehen einzelne Bäume. Seine Vermehrung ist schwierig. Ein alter Bauernspruch besagt: „Der Speierling muss durch den Dachsmagen gehen“, damit er keimfähig aufgeschlossen werden kann. Auch Wildschweine, Nagetiere und Vögel ernähren sich von den Früchten. Im Herbst färben sich seine gefiederten Laubblätter gelb bis leuchtend rot. Sie gleichen denen der Vogelbeere, mit der er verwandt ist. Der zur Familie der Rosengewächse gehörende Speierling kann ein stattliches Alter von über 400 Jahren erreichen. Am besten gedeiht er als einzeln stehender Baum oder am Waldrand, weil er sehr lichthungrig ist. Er mag auch einen trockenen, warmen, kalkhaltigen und nährstoffreichen Boden, wie er in Rheinhessen zu finden ist. Das Holz des Speierlings ist außergewöhlich schwer, hart und fest. Es lässt sich gut bearbeiten und wird vor allem für Musikinstrumente und als Furnierholz im Möbelbau verwendet. Die Früchte wurden in der Volksmedizin als Heilmittel gegen Magen- und Darmstörungen eingesetzt.

Weitere Informationen: BUND Kreisgruppe Alzeyer Land, Ernst-Ludwig Hammen, alzeyer-land@bund-rlp.de, 06732 – 62053


 




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