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Was blüht denn da?

Wiesenwanderung mit allen Sinnen ins Grüne Klassenzimmer in Sulzheim


GEO-Tag der Artenvielfalt am 29. Juni 2013: Exkursionsgruppe auf dem Schildbergturm


BUND Kreisgruppe Alzeyer Land gemeinsam mit AGENDA-BUND Mensch & Natur

Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten „40 Jahre BUND Rheinland-Pfalz“ lud die BUND Kreisgruppe Alzeyer Land Ende Juni zum 15. GEO-Tag der Artenvielfalt in Sulzheim bei Wörrstadt ein. Auf der ca. 3,5 km langen kleinen Schleife des Erlebniswanderweges des Grünen Klassenzimmers bestimmten knapp 25 Kinder und Erwachsene die biologische Vielfalt in der rheinhessischen Agrarlandschaft. Vom Alten Trafoturm in Sulzheim wanderte die von der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz mit Bestimmungsbüchern und T-Shirts ausgerüstete Gruppe ins schöne Michelstal, an Feldern vorbei zum Schildbergturm und durch Blumen- sowie Streuobstwiesen wieder zurück.

 








Dabei staunten die Teilnehmer, dass schon am Wegesrand eine Vielzahl von „Allerweltsblumen“ wachsen: Ackerkratz-Distel, Kronwicke, Klatschmohn, Schöllkraut, Taubnessel, Klettenlabkraut, Weiße Lichtnelke, Wegwarte, Ackerwinde, Johanniskraut und viele mehr. Auch die Kugeldistel, ein sogenannter "Neubürger" breitet sich immer mehr aus.





von links nach rechts: Ackerkratzdistel, Kronwicke, Kugeldistel

Eine Pflanze wurde ausgiebig und mit allen Sinnen untersucht: die Wilde Möhre. Dieser Doldenblütler lockt mit einem Trick andere Insekten, besonders Fliegen, an. Die schwarze „Mohrenblüte“ in der Mitte der weißen Doldenblüte täuscht bereits vorhandenen Besuch vor und zeigt an, dass es hier leckeren Nektar gibt. Die Wilde Möhre ist eine der Stammpflanzen der heutigen Garten-Möhren. Eine Wurzel wurde herausgezogen und gekostet. Sie schmeckte tatsächlich nach Karotten, nur viel aromatischer. Auch überraschte der intensive Möhren-Geruch der Wurzel.




Mit Hilfe der Bestimmungsbücher und Experten des BUND Alzeyer Land dokumentierten die TeilnehmerInnen für den GEO-Tag viele weitere Pflanzen, darunter auch Kulturpflanzen, Sträucher sowie Baumarten und schrieben sie eifrig in ihre kleinen Wiesennotizbüchlein: Brennnessel, Feldahorn, Weißdorn, Weide, Pappel, Hartriegel, Schwarznessel, Zackenschote, Vogelwicke, Knollen-Platterbse, Steinklee, Sauerampfer, Spitzwegerich, Pastinake, Schafgarbe, Hundskamille, Rainkohl, Schöllkraut, Beifuß, Zaun-Lattich, Orientalische Rittersporn, Löwenzahn, Pfeilkresse, Storchenschnabelgewächse, Weizen, Gerste, Raps, Kleiner Wiesenknopf, Nussbaum, Luzerne, Holunder, Hornklee, Wilde Karde, Esparsetten, Bibernell-Rose, Hecken-Rose, Wiesen-Bärenklau, echte Kamille, Brombeere, Breitwegerich, Zypressenwolfsmilch, Wilder Spargel, Runder Lauch, in dieser Gegend auch Wingertslauch genannt, Odermennig und die Bocksriemenzunge, eine Orchideenart. Auch die seltene, aber hier im Grünen Klassenzimmer durchaus öfter anzutreffende Kartäuser-Nelke wurde entdeckt. Die zarte purpurfarbene Pflanze ist geschützt und blüht von Juni bis September.

 





von links nach rechts: Knollen-Platterbse, Kartäuser-Nelke und Wingertslauch

Unterwegs beobachteten die Exkursionsteilnehmer auch einige Schmetterlingsarten, u.a. Schachbrettfalter, Kohlweißlinge und Bläulinge sowie verschiedene Vögel. Der Zilp-Zalp zwitscherte besonders schön im Auengebiet des Micheltals, während der Mäusebussard majestätisch über allem kreiste und nach Beute Ausschau hielt.





Resümee: Die Bestimmung der Pflanzen und Tiere auf der fast 2-stündigen Exkursion machte allen großen Spaß. Die kleinen und großen Naturfreunde „schauten mit allen Sinnen“ genau hin und lernten dadurch viele Arten im rheinhessischen Hügelland kennen.

 




Mach mit!; Her mit den Mäusen

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