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Aktueller Stand des Wasserläuferprojektes im Juli 2015



2014 - Kurzer Rückblick: Anfang 2014 haben wir beschlossen, im Rahmen des Wasserläuferprojektes an der ökologischen Aufwertung des Ochsenbaches zu arbeiten. Das Michelstal/Ochsenbach ist damit eines von 9 Projektgebieten in RLP, die im Rahmen des BUND-Wasserläuferprojekts gefördert werden. Es hat sich Anfang letzten Jahres eine kleine Projektgruppe gebildet, die sich zur Aufgabe gemacht hat, das Vorhaben zu koordinieren und bis zur Umsetzung (und darüber hinaus!) zu begleiten. Das Ziel ist es, das Trockenfallen des Tals aufzuhalten. Viele wertvolle Biotope im Michelstal sind auf Vernässung angewiesen. Besonders wichtig sind daher Maßnahmen, die zur Rückhaltung des Wassers im Tal, also zur Abflussverzögerung führen. In der ersten Phase haben wir besonders eng mit der Öffentlichkeit zusammengearbeitet. Es wurden mehrere Exkursionen durchgeführt, Maßnahmenvorschläge gesammelt, wir standen im Dialog mit Bürgern, Anliegern und Landwirten. Abgeschlossen wurde diese Phase mit einer gut besuchten Abschlussveranstaltung im November 2014.

2015 - Planungsphase: Die zweite Phase umfasste die Planung der Maßnahmen. Dieses Jahr waren wir in der Projektgruppe sehr intensiv damit befasst, aus den vielen Ideen einige konkrete Maßnahmen herauszukristallisieren, und diese im Detail zu planen. Dazu haben wir uns mit verschiedenen Behörden, dem Bürgermeister und dem Gemeinderat sowie den Flächeneigentümern abgestimmt. Im Prozess haben sich schließlich die folgenden Maßnahmen als besonders wichtig und erfolgsversprechend erwiesen. Auf der interaktiven Karte könnt ihr außerdem nachvollziehen, wo die Eingriffe erfolgen, und habt Zugriff auf einige Fotos und Skizzen.

1) Sicherung der bestehenden Furt

Gleich zwei Absichten verfolgen wir, indem wir die bereits vorhandene Furt mit standorttypischem Gestein sichern: Zum einen wird der Weg wieder attraktiv für Naherholungssuchende und Wanderer, die nun wieder trockenen Fußes den Bach auf Trittsteinen überqueren können. Zum anderen wird ein Tümpel auf der einen Wegseite, der vielen Amphibien als Laichgewässer dient, durch die Stabilisierung des Weges gesichert.

2) Anlage einer neuen Furt

Bislang wird der Bach mittels einer Verrohrung unter dem Weg hindurch geleitet. Sohlenvertiefung und Erosionsproesse sind die Folge, das Wasser fließt zudem schnell ab. Wir beabsichtigen, das Gewässer wieder über den Weg (statt durch das Rohr) zu leiten, um dem Gewässer seine natürliche Dynamik zurückzugeben. Gleichzeitig wird das Gewässerbett wieder auf ein höheres Niveau gebracht. Auch hier wird die Attraktivität und Erreichbarkeit des Gewässers durch die Furt erhöht, was bei Kindern und Wanderern hoffentlich gut ankommt.

3) Einbau von Holzschwellen (und Schnitt der Kopfweiden)

Ein weiterer Schritt zur Abflussverzögerung ist der Einbau von Hindernissen im Bach. In diesem Fall planen wir den Einbau von etwa 20 Holzstämmen in unregelmäßiger Anordnung und Abstand, verteilt auf 3-4 Gruppen. Sedimente werden sich an diesen Hindernissen verstärkt ablagern und langfristig wird so das Bachbett durch ganz natürliche Prozesse wieder angehoben. Der Clou: Angedacht ist, die alten Kopfweiden zu schneiden und das anfallende Holz für die Maßnahme zu verwenden. Damit wäre auch die dringend notwendige Pflege der Bäume für die nächsten 5-10 Jahre gesichert.

4) Anlegen einer Feucht-Senke

Unsere wohl ambitionierteste Maßnahme sieht vor, auf der Feuchtwiese am südlichsten Ende des Projektgebietes eine Mulde zu schaffen. Sie wird eine Dimensionierung von 20 x 14 m haben und sich in zwei Hauptzonen gliedern: Im Inneren Bereich entsteht ein flacher Tümpel- die Wasserfläche dient als Laichgewässer für Amphibien. Der äußere Bereich der Senke wird vernässen, es steht in dieser Zone vor allem die Entwicklung einer artenreichen Feuchtwiesen-Vegetation im Vordergrund. Der anfallende Erdaushub wird an die Ränder der Wiese verbracht, wo bereits ein flacher Wall existiert. (Dieser ist momentan leider fast vollständig von der Orientalischen Zackenschote besiedelt.) Anschließend wird der Wall mit Gehölzen bepflanzt. Die Pflanzaktion wird voraussichtlich als Arbeitseinsatz gestaltet, bei dem freiwillige Helfer sehr willkommen sind.

Ausblick Herbst 2015 und 2016: Die Planungsarbeiten haben wir nun abgeschlossen. Momentan sind wir dabei, Angebote von Firmen für die Umsetzung einzuholen. Diese wird dann im Idealfall schon ab Mitte Oktober starten.

Text: Leonie Hebermehl im Juli 2015




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