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Bornheimer Biotopverbund


Teilansicht des Bornheimer Verbundbiotops - Luftaufnahme (Foto: CCO)


In den rheinhessischen Weinbaugebieten sind viele Rückzugsflächen für Tiere und Pflanzen in den letzten Jahrzehnten den Flurbereinigungen zum Opfer gefallen. Die oftmals intensive Bewirtschaftung bietet kaum noch Lebensräume für heimische Arten.

Am südlichen Ortsrand von Bornheim ist ein einzigartiger Biotopverbund erhalten geblieben: Feldsteinwege, Wiesenwege und Hecken, die alte Trasse der Wiesbachtalbahn und das Regenrückhaltebecken.

Diese einzigartige Biotopstruktur ist sowohl für die Artenvielfalt als auch für den so wichtigen Klimaschutz von großer Bedeutung.

Wir möchten die Öffentlichkeit über diese einzigarte Biotopstruktur und seine Bedeutung für den Erhalt heimischer Tier- und Pflanzenarten aufmerksam machen. Flächen wie dieses vernetzte Biotop müssen nicht nur besonders geschützt und erhalten werden. Wenn wir das Artensterben und den Klimawandel aufhalten wollen, müssen wir Lebensräume - wie hier der Biotopverbund in Bornheim  - auch an anderen Orten erschaffen und bestehende Flächen erweitern. Zur Erinnerung: Ein Baum bindet in seinen ersten zwanzig Lebensjahren durchschnittlich etwa 10 kg CO2 pro Jahr. Diese Bilanz nimmt zu, je älter und größer der Baum wird.

Die lokale Artenvielfalt hat in den letzten 500 Jahren im Durchschnitt um 14 % abgenommen. Bei den Insekten wird ein Verlust der Biomasse in Höhe von 75 % in den letzten 25 Jahren gemessen. Hier in Rheinland-Pfalz ist beispielsweise der Segelfalter inzwischen vom Aussterben bedroht.

Wie schützt ein Biotopverbund vor dem Artensterben?

Insgesamt werden fast ein Drittel aller weltweiten Arten auf Roten Listen als gefährdet, stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht geführt. Manchmal nehmen Bestände von Tierarten ab. Dies kann z.B. durch Krankheiten verursacht werden. Je kleiner der Bestand einer Tier- oder Pflanzenart, desto wahrscheinlicher, dass sie langfristig nicht überleben kann und ausstirbt. Wenn Lebensräume miteinander verbunden sind, kann die Art aus einem benachbarten Lebensraum wieder zuwandern. So bleibt die Art erhalten. Je stärker einzelne Lebensräume voneinander getrennt sind, desto seltener erfolgt eine Wiederbesiedlung. Daher führt die Zerstückelung der Lebensräume (z.B. durch Straßen oder Siedlungen) langfristig zum Aussterben.

Aus diesem Grund hilft der Bornheimer Biotopverbund das lokale Artensterben zu verlangsamen und ist schützenswert!

Mehr zu den Bornheimer Biotopen hier...

Was ist ein Biotopverbund?

Das Wort „Biotop“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Lebensraum“. Ein Biotop kann unterschiedlich aussehen. In Bornheim gibt es die alte Trasse der Wiesbachtalbahn, Feldstein- und Wiesenwege umrandet von Hecken und Gehölzen, sowie ein Regenrückhaltebecken.
Wenn mehrere Biotope miteinander verbunden sind, spricht man von einem Biotopverbund. Verbundbiotope dienen seltenen Pflanzen- und Tierarten als Lebensraum.
In Weinbaugemeinden gibt es nicht mehr viele vernetzte Biotope.

Quellen:
Plant for the planet Foundation: Zahlen und Fakten um Bäume, CO2 und globale Wiederaufforstung (http://www.plant-for-the-planet.org)
Rote Liste der Großschmetterlinge in Rheinland-Pfalz (https://lfu.rlp.de/de/naturschutz/artenschutz-und-projekte/rote-listen/)
Scientists for Future (Gregor Hagedorn et al.): Bestandsverluste, Artensterben und Aussterbeschuld. Materialsammlung Biodiversität. Version für Fortgeschrittene & Oberstufe, Version vom 23.08.2021, https://files.scientists4future.org/index.php?path=3__Biodiversit%C3%A4t vom 15.10.2021

 

 





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